Förderprogramm
KfW 266: Gewerbe zu Wohnen
Seit Juli 2026 fördert die KfW die Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum mit bis zu 30.000 € je neuer Wohneinheit. Das Geld ist ein Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden.
Gefördert werden bis zu 100.000 € förderfähige Kosten je entstehender Wohneinheit. Das Programmbudget für 2026 beträgt 300 Mio. €; Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet.
Worum geht es?
Leerstehende Büros, Ladenlokale oder Praxen gibt es auch in vielen niedersächsischen Städten und Gemeinden. Gleichzeitig fehlt Wohnraum. Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ (KfW 266) soll den Umbau solcher Flächen wirtschaftlich machen. Die Förderrichtlinie wurde am 2. April 2026 im Bundesanzeiger veröffentlicht; das Programm wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) von der KfW durchgeführt.
Wer kann den Zuschuss beantragen?
- Privatpersonen, auch private Vermieter und Investoren
- Unternehmen und Wohnungsgesellschaften (z. B. GmbH, AG)
- Personengesellschaften (z. B. GbR, KG)
- Kommunen und gemeinnützige Träger
- Wohnungseigentümergemeinschaften
Außer bei Privatpersonen, die selbst einziehen, wird der Zuschuss als De-minimis-Beihilfe gewährt. Dafür gilt eine Obergrenze von 300.000 € je Unternehmen innerhalb von drei Jahren.
Voraussetzungen
- Durch den Umbau entsteht mindestens eine neue Wohneinheit.
- Das Gebäude bzw. der umzubauende Teil ist bei Antragstellung beheizt und wird nicht zu Wohnzwecken genutzt. Unbeheizte Hallen sind ausgeschlossen.
- Nach dem Umbau erreicht das Gebäude mindestens den Standard Effizienzhaus 85 EE (bei Denkmälern „Effizienzhaus Denkmal EE“).
- Ein Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste des Bundes ist eingebunden.
- Der Antrag wird vor Vorhabenbeginn gestellt. Liefer- und Leistungsverträge dürfen erst danach geschlossen werden; Planungs- und Beratungsleistungen sind vorher erlaubt.
- Die Umsetzung muss innerhalb von 54 Monaten nach Zusage erfolgen. In der Regel ist eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung erforderlich.
Mischnutzung ist erlaubt: Das Erdgeschoss kann zum Beispiel weiterhin gewerblich genutzt werden, solange die neuen Einheiten vollwertige Wohnungen sind.
Was wird gefördert?
KfW 266 fördert die Kosten der Nutzungsänderung: Rückbau, Statik, Innenausbau, Treppenhäuser und Zugänge, Elektro- und Sanitärinstallation sowie Fachplanung und Baubegleitung. Nicht gefördert werden die energetischen Maßnahmen wie Dämmung, Fenster und Heizung. Dafür gibt es eigene Programme.
Kombination mit weiteren Programmen
Weil der Standard Effizienzhaus 85 EE erreicht werden muss, fallen fast immer Investitionen in Dämmung, Fenster und Heizung an. Diese lassen sich separat fördern:
| Programm | fördert | Förderung |
|---|---|---|
| KfW 266 | Umbaukosten der Nutzungsänderung | 30 %, bis 30.000 € je Wohneinheit |
| KfW 261 | Sanierung zum Effizienzhaus | Kredit mit Tilgungszuschuss |
| BAFA BEG EM | alternativ: einzelne Maßnahmen an Hülle und Anlagentechnik | 15 %, mit iSFP-Bonus anteilig mehr |
Die Summe aller Fördermittel darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Welche Kombination für Ihr Objekt am meisten bringt, prüfen wir im Einzelfall.
Beispiel: Entstehen in einem ehemaligen Bürogebäude zehn neue Wohnungen, sind über KfW 266 bis zu 300.000 € Zuschuss für die Umbaukosten möglich. Die Förderung der energetischen Sanierung kommt hinzu.
So begleiten wir Sie
- Erstberatung: Wir prüfen Ihr Vorhaben auf Förderfähigkeit.
- Energiekonzept und Bestätigung zum Antrag: Wir planen den Effizienzhaus-Standard und erstellen die Unterlagen für den KfW-Antrag.
- Antrag: Sie stellen den Antrag vor Vergabe der Bauaufträge.
- Baubegleitung: Wir begleiten die Umsetzung und koordinieren bei Bedarf weitere Förderanträge.
- Bestätigung nach Durchführung: Wir bestätigen der KfW die Zielerreichung. Danach wird der Zuschuss ausgezahlt.
Da nach dem Umbau ein Wohngebäude entsteht, genügt die Eintragung als Energieeffizienz-Experte für Wohngebäude.
Häufige Fragen
Bis wann kann ich den Antrag stellen?
Die Förderrichtlinie gilt nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2026, das Budget ist begrenzt. Ob das Programm 2027 fortgeführt wird, ist noch nicht bekannt.
Was, wenn ich schon mit dem Umbau begonnen habe?
Dann ist eine Förderung über KfW 266 ausgeschlossen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen.
Muss der Zuschuss zurückgezahlt werden?
Nein. Er wird nach Abschluss und Bestätigung durch den Energieeffizienz-Experten ausgezahlt.
Quellen: KfW: Zuschuss 266 „Gewerbe zu Wohnen“, Förderrichtlinie im Bundesanzeiger vom 2. April 2026. Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.
Fragen zu Ihrem Vorhaben?
In der kostenlosen und unverbindlichen Erstberatung klären wir am Telefon, welche Maßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll sind und welche Förderung infrage kommt.